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Schluss mit dem Gesetz der Anziehung Teil 2

Schluss mit dem „Gesetz der Anziehung“! (Teil 2)


Du bist, was Du denkst – das ist, in Kürze, die Sinnformel von Rhonda Byrnes weltweitem Erfolgsbuch „The Secret“. Hunderttausende von Menschen allein im deutschsprachigem Raum sind Fans von „The Secret“ und berichten, dass ihr ganzes Leben positiv verändert wurde, seit sie an die Macht der eigenen Gedanken glauben. Sogenannte „Affirmationen“ (das sind kurze einprägsame Sprüche, die etwas Gewünschtes darstellen, als ob es schon eingetreten sei) sollen dabei helfen, den Wunsch zu verwirklichen oder zu „manifestieren“. Erfolgsstories sind überall zu hören: vom Tellerwäscher zum Millionär, vom Mauerblümchen zum Superstar – fast alles scheint möglich zu sein mit der Kraft der Gedanken. Doch andererseits häufen sich heute auch die Beschwerden von Enttäuschten, die ihr ganzes Leben nach diesem Wünsche-werden-wahr-Prinzip ausgerichtet haben und danach nur noch Chaos erlebten. In der esoterischen Lebensberatung am Telefon melden sich heute häufig Menschen zu Wort, die von der angeblichen Wirkweise von „The Secret“ enttäuscht sind. Was ist nun wirklich dran am Gesetz der Anziehung? Wir haben im Juli 2016 die Expertin Tawina dazu befragt. Im August liefert sie uns eine Fortsetzung ihrer Gedanken.
Bild Schluss mit dem Gesetz der Anziehung Teil 2

Tawina bleibt sehr skeptisch, was das „Gesetz der Anziehung“ – Hauptbotschaft des Bestsellers „The Secret“ – angeht. Ihre Hauptkritik ist: das Gesetz der Anziehung sei nur ein Gesetz unter vielen, die in der geistigen Welt wirken. Alles auf das Gesetz der Anziehung zurückzuführen sei ebenso naiv, wie alle physikalischen Erscheinungen in der Welt auf das Gesetz der Schwerkraft allein zurückführen zu wollen. Sicherlich gibt es Schwerkraft – und analog Anziehung – doch das ist bei weitem nicht das einzige Gesetz, das wirksam ist, und wodurch unsere sinnlich erfahrbare Welt strukturiert wird. Tawina hatte so ihre Probleme mit Anrufern, die das Gesetz der Anziehung für die welterklärende Formel für schlechthin alles hielten und sich dann wunderten, weshalb alles in ihrem Leben scheinbar nur noch schief ging. Oft, berichtet Tawina, machen sich diese Menschen dann selbst verantwortlich für alles, was nicht so funktioniert, wie es soll, vom Jobverlust bis zur Beziehungskrise – sie glauben nun, sie seien selbst schuld an der Misere und hätten einfach die falschen oder unguten Gedanken programmiert und manifestiert, und das sei nun das Ergebnis.

Ich kenne die Situation, dass man für ein Scheitern sich selbst verantwortlich macht, während man glaubt, der eigene Erfolg sei irgendwie von Anderen oder vom wundersamen Glück abhängig. Die Anruferin Angela zum Beispiel, von der wir im Juli berichtet haben, hatte mit uns Kontakt aufgenommen, weil sie in eine tiefe Sinnkrise gefallen ist, seit sie festgestellt hat, dass durch das Denken-erschafft-Realität-Prinzip ihre eigene Realität immer schlechter, statt besser wurde. Statt nun das vermeintliche Gesetz in Frage zu stellen, stellte sie sich selbst in Frage und warf sich vor, nicht ehrgeizig genug zu „manifestieren“ oder die falschen Gedanken zu hegen, die sich dann verwirklichten. An allem schuld sein, auch wenn das de facto gar nicht so ist – das ist ein typisches anerzogenes Denken, das gegenwärtig leider hauptsächlich bei Frauen vorkommt.

„Das betrifft Frauen, aber nicht nur Frauen, Stella,“ korrigiert mich Tawina, „denn in unserer Kultur ist es ja immer noch so, dass Frauen die Verantwortung zugeschoben wird. Seit Adam und Eva ist es immer „sie“, die irgendwie Schuld hat. Und in der Erziehung vermitteln wir den Mädchen ja auch, stets Rücksicht zu nehmen, sich um andere zu kümmern, sich über andere zu definieren. Das klingt zwar furchtbar altbacken, aber im Grunde stimmt es noch immer, auch wenn man sich vermeintlich moderne Eltern ansieht, wird man feststellen, dass sie bei der Erziehung der Töchter völlig andere Maßstäbe anlegen als bei der Erziehung der Söhne. Dann kann es nicht verwundern, wenn klein Angela, die zeitlebens hört, dass sie sich „kümmern“ muss, später, wenn sie erwachsen ist, plötzlich glaubt, sie sei auch für alles verantwortlich, was sie und Andere betrifft, und sich dann noch Selbstvorwürfe macht. Leider führt ein falsch verstandenes Gesetz der Anziehung dazu, dass diese Selbstvorwürfe sogar noch größer werden. Vor „The Secret“ hätte sich zum Beispiel eine allein erziehende Mutter, deren neuer Partner fremdgeht, gefragt: „was kann ich tun, um aus dieser Situation herauszukommen?“, doch heute fragt sie sich oft: „Was habe ich denn bloß Falsches gedacht, damit mir das jetzt zustößt?“ Die chronische Selbstbelastung der Frauen durch Schuldvorwürfe wird durch die Illusion, wir hätten gleichsam alles selbst herbei gedacht, nur verschlimmert.“

Ich bezweifle nicht, dass es so ist – im Machen von Selbstvorwürfen sind wir Frauen ja Meister. Wenn das viel beschworene Gesetz der Anziehung falsch verstanden wird, glauben Menschen, sie würden alles Schlechte in ihrem Leben allein durch ihre Gedanken herbeiführen. Es ist meiner Meinung nach sehr kompliziert: tatsächlich verursachen unsere täglichen Gedanken – und noch viel mehr die emotionale Schwingung, die sie begleitet, vor allem Liebe oder Angst – tatsächlich unseren persönlichen Alltag und seine Erlebnisse mit Ablehnung und Zustimmung, Erfolg und Misserfolg. Doch andere Menschen manifestieren auch und „funken“ uns dazwischen. Wir leben schließlich nicht auf einer Insel, und müssen dabei bei der Ursachenanalyse von Problemen, die uns begegnen, immer mit berücksichtigen, dass es auch viele Störquellen im Außen gibt, die zunächst einmal unabhängig von uns funktionieren. Diese einfache Tatsache übersehen viele Anhänger des Gesetzes der Anziehung jedoch total.

„Richtig, die Vorstellung von der Macht der Gedanken führt leicht zur Illusion der Allmacht der Gedanken, zur Selbstüberschätzung,“ sagt Tawina.

Warum nur haben so viele, die „The Secret“ für die Zauberformel schlechthin halten, diese einfache Einsicht nicht gehabt? Ja, bei manchen Anhängern des Gesetzes der Anziehung geht es noch wesentlich weiter, wie ich neulich selbst von einer verzweifelten Anruferin hörte, die einer sogenannten LOA-Gruppe1 angehörte. Einige besonders engagierte Vertreter des LOA Prinzips machen sogar schwerkranke Menschen oder Opfer von Straftaten für ihre Situation selbst verantwortlich, im Sinne einer Manifestation falscher Gedanken.

„Das ist unverantwortlich!“ lehnt Tawina ab, „das Gesetz der Anziehung ist keine, aber auch wirklich keine Entschuldigung für ein solches oberflächliches Gebaren in der Beratung, und gar keine Scheinrechtfertigung für Verbrechen. Wenn ein Mensch krank wird oder gar Opfer wird, ist es mir egal, was er gerade gedacht hat, was womöglich dazu geführt hat. Wenn jemand Opfer wird, interessiert mich nur eins: wie kann ich ihm helfen? Diese Schuldzuweisungen an das Opfer, das auf dem angeblichen Gesetz der Anziehung basieren soll, nach dem Motto: du hast dir diese Situation selbst herbei gedacht, die halte ich für oberflächlich, grenzwertig, ja einfach für falsch, so sollte man mit Menschen grundsätzlich nicht umgehen. Ich halte mich für eine Art spirituelle Feuerwehr, die sofort eingreift, wenn es brennt, also wenn ein Anruf reinkommt. Die Feuerwehr fragt auch nicht, ob irgendwelche Gedanken den Brand verursacht haben, sondern löscht sofort, das ist ihre Pflicht. Die Ursachenanalyse kommt immer erst nach der Hilfeleistung, zu der wir auch verpflichtet sind. Und die wirkliche Ursachenanalyse ist oft viel komplexer, als die einfache Formel LOA*, die viele für die monokausale Erklärung schlechthin halten. Da gibt es viel mehr Facetten an Wirklichkeit, und vor allem: keine Schuldzuweisungen.“

Ich denke noch lange über das interessante Gespräch mit Tawina nach, das tief in eine Wunde der esoterischen Szene gestoßen hat. Denn das Gesetz der Anziehung galt vielen Esoterikern und spirituellen Menschen lange als eine Art unumstößliches Prinzip. Doch die Probleme damit lassen nicht lange auf sich warten. Ich selbst, ich habe Menschen wie Angela kennengelernt auf meinem Weg, und ich habe eine recht geteilte Meinung darüber, dass wir alles selbst erschaffen, was uns so tagtäglich begegnet. Einerseits finde ich das Gesetz der Anziehung richtig gut. Was gibt es Schöneres, als selbst sein Leben zu gestalten und sich schöpferisch auszudrücken? Andererseits sehe ich, nicht nur an Ratsuchenden wie Angela, dass dieses vermeintlich so einfache Gesetz auch seine Fußangeln hat, wenn man glaubt, man könne alles und jeden durch die Kraft seiner Gedanken verwandeln. Schöpferisch sein ist gut – und ich finde es nach wie vor richtig, dass mehr Menschen durch Rhonda Byrnes Bestseller den Schlüssel zu mehr Selbstbestimmung gefunden haben. Doch ich möchte auch gern erleben, dass dieses vermeintliche Selbst-Schöpferisch-Sein nicht zum Gefängnis für Menschen wird. Dass „alles erschaffen zu können“ automatisch zu „für alles verantwortlich sein“ führt. Denn beides ist in meinen Augen eine Illusion. Wir denken und erschaffen gemeinsam mit anderen, die womöglich völlig andere Ziele haben als wir selbst. Das Gesetz der Anziehung ist nur eine Methode von vielen, mit der wir vom passiven Zuschauer unseres Lebens zum aktiven Mit-Schöpfer werden können. Diese Methode ist zwar gut, aber nicht allumfassend, und kompliziert bleibt unser Leben dennoch. Und für alles, was uns so widerfährt, verantwortlich sind wir auch nicht. Wenn unser Leben nicht funktioniert, bleiben wir realistisch: wir haben nicht alles so herbei gedacht. Ihnen wünsche ich gute und tröstende Gedanken.

Schöpferische Grüße
Deine Stellah

*Unter der Abkürzung LOA versteht man Law of Attraction, also Gesetz der Anziehung. Es gibt Gruppierungen in der Esoterik und New Age Szene, die sich mit diesem Begriff identifizieren.

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