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Mein Kartenlegen Fortsetzungsroman: Versunkene Träume

Kapitel 17 Versunkene Träume bei Mein Kartenlegen

Flucht nach vorn! Jossi erinnerte sich vage, dass in der Nebenstraße die alte Schule war. Den Weg kannte kaum jemand, denn sie hatten die Schule aus irgendeinem Grund in den Hang hinein gebaut, und es führten zwei Wege hin, der graugepflasterte Vorstadtstraßenweg, und der kleine, ein Schleichweg, den rebellische Kinder wählten, wenn sie sich aus dem Unterricht fortstahlen. Diesen Weg, den Jossi selbst einmal per Zufall entdeckt hatte, als sie wegen einer Umleitung wenden musste, wollte sie jetzt nehmen, um ihr Glück zu machen. Dort wollte sie ihren Verfolger abschütteln. Tief durchatmen!

Man wird nicht jeden Tag von einem Mörder verfolgt, und man wird nicht jeden Tag Zeuge eines Mordes, ja eines Doppelmordes! Und man wird auch nicht jeden Tag Witwe, schoss es Jossi durch den Kopf. Und vielleicht werde ich heute noch das Schicksal meines Mannes teilen. Wie hatte noch Venus, die Beraterin von Mein-kartenlegen.de, gesagt? Die astrologische Prognose mit Blick auf den Sternenhimmel lautete, am Montag seien emotionale Konflikte vorprogrammiert.

Das ist doch die Untertreibung des Jahres, liebe esoterische Expertin. Wenn ein Doppelmord im Swimmingpool ein „Konflikt“ ist, dann will ich lieber nicht wissen, was eine Krise ist. Und der Fiesling am grauen Wagen hinter mir will es sicher auch nicht wissen. Jossi biss unwillkürlich die Zähne zusammen. Er war noch immer dicht hinter ihr. Sein Gesicht wirkte starr, weiß, wie geschminkt, doch sie konnte es nicht richtig erkennen, vielleicht war es eine optische Täuschung.

Sie hupte verzweifelt, um andere Autofahrer auf sie aufmerksam zu machen. Doch alles, was sie erntete, war ein Gegen-Hupen und ein entnervtes Vogel-Zeigen von einem jungen Autofahrer, der einen dunkelblauen Alfa Romeo fuhr. „Das kostet dich fünfhundert Euro!“, fauchte Jossi erbost, „Vogel-Zeigen ist illegal!“ So viel hatte sie durchaus aus diversen Gesprächen zwischen Roland und seinem Kanzleipartner selig Hubertus durchaus herausgehört. Vogel-Zeigen, eine Geste der fehlenden Achtung, und deshalb rechtlich verfolgbar. Doch wer nun verfolgt wurde, das war sie.

Und ihr rann buchstäblich der Schweiß den Rücken herunter und ließ ihre dunklen Locken, die sonst perfekt frisiert waren, wie feuchte Federn im Nacken kleben. Klamm fühlte sich ihr schmaler Körper im Ledersitz ihres Wagens an. Mit einem Knall prallten die Designer-Handtaschen, die sie im nach Vanille duftenden Plafond ihres Wagens geparkt hatte, gegen den Vordersitz, als sie das Steuer plötzlich herumriss.

Ihre „drei Sterne“ Accessoire-Ausrüstung für unterwegs, wie sie immer sagte. Dieses Jahr wäre die nächste Louis Vuitton Tasche fällig gewesen, Serie Edition. Ob Vuitton auch Stoffe zum inneren Bespannen von Särgen macht? Wenn es um Leben und Tod geht, ist Luxus plötzlich nichts. Stoppt denn niemand diesen Irren, der in einer Schrottkarre ohne Nummernschild hinter mir her rast?, wirbelte es durch ihren Kopf.

Jossi nahm ihren Mut zusammen, bog überraschend in die schmale Seitenstraße ab, fuhr geradewegs auf die alte Schule zu, doch sie kam nicht weit. Der Parkplatz vor der Schule war an diesem späten Nachmittag natürlich leer bis auf zwei Autos – wahrscheinlich der Schulleiter und seine Sekretärin, mit der er ein spezielles Diktat hatte. Die krummen Birken rund um den Schulhof hatten bereits gelbe Blätter, ansonsten Ödnis, Leere, die Tristesse eines alten Zweckbaus.
Bild zum Roman versunkene_traeume Kapitel 17

Jossi hoffte, dass einer aus dem Gebäude herauskommen würde, ihr zu Hilfe. „Öffentlichkeit schaffen“. Das hatte sie noch in ihrem Psychologie-Seminar gelernt: konfrontiere die Öffentlichkeit, wenn dich einer angreift. Wenn die Öffentlichkeit aber nicht reagieren will? Sie hupte abermals laut. Ein Doppelfenster öffnete sich hoch oben im Schulgebäude, dann wurde es mit einem hörbaren Ruck wieder geschlossen.

Schon war der Verfolger mit seinem grauen Wagen hinter, dann direkt neben ihr. Sie schrie jäh auf. Er drängte sie, fuhr sie fast auf dem Parkplatz an. Sie musste bremsen. Jetzt stieg er aus. Es war… Dagobert Duck. Er hatte tatsächlich eine lackierte Maske auf, um sein Antlitz zu verbergen! Jossi kreischte laut. Mit heulendem Motor riss sie das Lenkrad herum und startete geradewegs über die schmale seitliche Beton-Treppe, die direkt vom Schulhof herunter führte.

Ihr Kopf nickte schmerzhaft, als der Wagen hart auf den Treppenstufen auftraf, wieder, wieder und wieder. Das überlebe ich nicht, schoss es ihr durch den Kopf. Jetzt komme ich bestimmt in die geistige Welt, wo die Berater von www.mein-kartenlegen.de ihre Inspirationen hernehmen…

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(*1) Hinweis zum Roman "Versunkene Träume": Die Handlung und alle handelnden Personen sind frei erfunden. Jegliche Ähnlichkeit mit lebenden oder realen Personen wären rein zufällig. Alle Rechte vorbehalten. Der Roman "Versunkene Träume" ist urheberrechtlich geschützt. Sämtliche Verwertungshandlungen, insbesondere Vervielfältigung, Übersetzung, öffentliche Zugänglichmachung, Einspeisung in elektronische Medien, auch auszugsweise, dürfen nur mit ausdrücklicher, vorheriger schriftlicher Genehmigung des Seitenbetreibers erfolgen.