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Mein Kartenlegen Fortsetzungsroman: Versunkene Träume

Kapitel 13 Versunkene Träume bei Mein Kartenlegen

Wenn man Hagebuttentee macht, sieht es so aus. Rote, dunkelrote Schwaden ziehen in Schlingen durch das Wasser: die vormals farblose Flüssigkeit färbt sich langsam, allmählich rot und immer roter. Wie Teebeutel im Wasserkocher. Genauso hat es ausgesehen. Als Jossi die Glastür zum Schwimmbad öffnet, treiben rote Schlingen im Wasser. Der dicke Hubertus Feist treibt mit dem Gesicht nach unten auf der Wasseroberfläche, sein Hintern in der türkisfarbenen Pierre-Cardin-Badehose leuchtet grotesk auf. Roland ist nirgendwo zu sehen. Jossi schießt ein jäher Gedanke durch den Kopf: Das ist Mord!
Bild zum Roman versunkene_traeume Kapitel 13

Mord in ihrem eigenen Haus! Sie hört das Blut in ihren Ohren gewaltig rauschen wie das Brausen eines Ozeans und fühlt sich einer Ohnmacht nah. Wo ist Roland? Ist er der Täter? Er wird sich doch nicht auf diesem Weg seines Kanzleipartners entledigt haben? Jossi ist fassungslos. Was weiß sie schon von der verschwiegenen Rivalität unter Männern, die stets ihre Geheimnisse haben? Was weiß sie von den diskreten Gesprächen, die hier wöchentlich stattgefunden haben, von den informal meetings, die bekanntlich sehr viel mehr Aussagekraft im Geschäftsleben haben als offizielle Treffen? Jossi weiß, dass Hubertus unlängst die Kanzlei kaufen wollte.

Strada hat es ihr erzählt, weil ihr Gatte, der bekanntlich als Immobilienmakler tätig ist, etwas läuten gehört hat, und weil das Saarland klein ist. Roland hätte so etwas nie zugelassen. Seine Kanzlei gehört ihm, gehört zu ihm. Hat Roland sich bedroht gefühlt? Um sein Lebenswerk enttäuscht? Jossi fühlt sich, als ob ihr der Boden unter den Füßen weggezogen würde. Ein echter Toter im Pool! Das ist wie schlechtes Kino, denkt Jossi, doch es ist real.

Ihr Puls rast, und sie fühlt ein Schwindelgefühl von ihr Macht ergreifen. Sie hat Roland immer vertraut. Er war ein schlechter Gatte, war untreu, ja, das schon. Wie oft hatte sie mit den Beratern von www.mein-kartenlegen.de telefoniert, um über die Untreue ihres Ehemanns zu sprechen? Sie war in der Seele froh, dass es dort die Möglichkeit gab, mit einem neutralen Dritten – irgendwo – zu sprechen, mit jemand, der empathisch ist und sie nicht gleich moralisch verurteilt, wie ihre Freundinnen, die alle voreingenommen waren, wie das oft so ist. Sie war froh, von Zeit zu Zeit mit jemandem reden zu können, dem sie vertrauen kann.

Wie oft hat sie sich im Stillen gewünscht, doch einen aus der anderen Hälfte der Ehemänner – der nicht-fremdgehenden – geheiratet zu haben. Wie oft hat sie schon insgeheim eine Scheidung in Erwägung gezogen? Doch das, ein Toter im Pool? Sie wollte Roland heute die Leviten lesen, ihm endlich klarmachen, dass es so nicht weiter gehen kann. Niemals hätte sie gedacht, dass sich ihr Haus in den Schauplatz eines Verbrechens verwandeln könnte. Jossi sah sich hilfesuchend um: was nur sollte sie in dieser Situation tun? Schreien wäre die naheliegende Möglichkeit gewesen, doch ihre Kehle war jetzt wie zugeschnürt.

Sie bekam keinen einzigen Ton mehr heraus. Wo war Roland? Wo war ihr Gatte? In ihrem Kopf drehte sich alles. Ihr Unbehagen in diesem Haus, in dem sie sich zunehmend wie eine Fremde gefühlt hatte, in diesem Leben, in dem sie von ihrem Gatten auf Distanz gehalten wurde, war berechtigt, es hatte tiefere Gründe. Tief wie das unergründliche Wasser… Wer ist der Mann, mit dem ich verheiratet bin?, fragte sich Jossi nicht zum ersten Mal. Wir sollen nie glauben, einen Menschen zu kennen, warnt Franz Kafka: wir sollten vor einem anderen Menschen stehen wie vor einem Tor zur Hölle. Wer kennt schon den Mann, mit dem er Tisch und Bett teilt, wirklich? Nein, ausgeschlossen!, jäher Protest stieg in Jossi hoch. Roland ist gewissenlos.

Aber kein Mörder. Wie im Trance steigt sie die Stufen zum Schwimmbecken hinab und betrachtet den leblosen Körper von Hubert auf dem Wasser treiben. Noch vor zehn Minuten, vielleicht auch vor fünfzehn, hat sie Plätschern und leise Stimmen von unten, vom Schwimmbad her gehört. Was ist nur geschehen? Fassungslos sieht Jossi sich im Raum um – da erblickt sie Roland…

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(*1) Hinweis zum Roman "Versunkene Träume": Die Handlung und alle handelnden Personen sind frei erfunden. Jegliche Ähnlichkeit mit lebenden oder realen Personen wären rein zufällig. Alle Rechte vorbehalten. Der Roman "Versunkene Träume" ist urheberrechtlich geschützt. Sämtliche Verwertungshandlungen, insbesondere Vervielfältigung, Übersetzung, öffentliche Zugänglichmachung, Einspeisung in elektronische Medien, auch auszugsweise, dürfen nur mit ausdrücklicher, vorheriger schriftlicher Genehmigung des Seitenbetreibers erfolgen.