Mein Kartenlegen Fortsetzungsroman: Versunkene Träume

Kapitel 12 Versunkene Träume bei Mein Kartenlegen

Das Mobiltelefon klingelte und unterbrach Jossis Gedanken abrupt. Ob es ihre Single-Freundin Senta war, die sich wegen ihrer Probleme mit den aktuellen Liebes-Kandidaten ausweinen wollte? Denn Senta war nicht annähernd so tough, wie sie sich gern nach Außen gab: im Innern sehnte sie sich nach einer festen Beziehung.

Versunkene Träume Kapitel 12 - Der esoterische Fortsetzungsroman

Doch nein, es war nicht Senta. Es war ihre temperamentvolle Freundin Strada, die auch heute wieder beim wöchentlichen Treffen der Damen im Café Stern gefehlt hatte. Strada, die Gattin von Gianluca Sant´Angelo, einem der bekanntesten Immobilienmakler vor Ort. Von ihrem umtriebigen Gatten hieß es, er verkaufe die Immobilie buchstäblich unter dem Allerwertesten des Eigentümers weg. Strada war sehr aufgeregt, als sie Jossi begrüßte: es ging auch ihr um die Liebe. Und da Strada Italienerin ist – Sizilianerin genauergesagt, ihre Familie stammt aus Palermo – ist die Liebe für sie eine kochendheiße Angelegenheit. Strada hat gerade erfahren, dass sie eine Rivalin hat. Auch sie gehört also zu den betrogenen Ehefrauen, wie Jossi nicht ohne Erleichterung feststellt, da es sie von einem Verdacht gegen Stradas angebliche Annäherung an Roland befreit, den Senta durch ihre Andeutungen gesät hat.


Die rassige Italienerin ist Opfer auf dem Feld ehelicher Untreue, nicht Täterin! Ihr Gianluca sei mit einer eleganten Brünetten gesehen worden, händehaltend, im Edel-Restaurant bei Kerzenschein und Mandolinen-Klängen Engelshaar-Pasta und Scampi schmausend, sich verliebt in ihre Augen blickend. Gute Freunde hätten es ihr berichtet, natürlich voll heuchlerischer Besorgnis um die Brüchigkeit ihrer Ehe. Nun kochte Strada vor Eifersucht und entwickelte Gelüste der Rache, die selbst die robuste Skorpion-Natur von Jossi erzittern machten. „Strada, wie kannst du nur so rachsüchtig sein? Gianluca ist doch auch nur ein Mann. Männer sind schwach, ich weiß es von meinem eigenen.“ Jossi glaubt sich selbst kaum.

Wie kann man einer betrogenen Ehefrau mit wohltemperierten Sprüchen Rat geben? Wie könnte man einer rasenden Tigerin ihre Beute entreißen, indem man ihr gut zuspricht? Ein sinnloses Unterfangen – wenn die Leidenschaft regiert, hat die kühle Ratio bekanntlich keinen Platz mehr. Strada war bei einer Hexe, erzählte sie, einer italienischen Magierin, Giuseppina. Giuseppina gehörte einer diskreten magischen Loge aus Italien an, die irgendwo in einem kleinen Hinterzimmer hinter Spitzengardinen ihr Wesen trieb und geheime Treffen organisierte. Während Stradas untreuer Gatte zu den Versammlungen der Immobilienmakler ging und über die Gesetze zum Käuferschutz oder zur Provisionsregelung debattierte, ging sie zu Giuseppina.


Und Giuseppina kann alles: Sprüche, damit die Warzen an den Fußsohlen verschwinden, Gebete, damit der Gatte treu bleibt… Halt! Hat Strada nicht genau so einen magischen Zauber versucht, und ist Gianlucas Fremdgehen nicht ein Beweis dafür, dass der Zauber doch nicht wirkt? Das sähe Jossi aber falsch, behauptete Strada. Der Zauber wirke durchaus – doch diese Fremde, diese ehebrecherische Rivalin habe den „mal´occhio“, den bösen Blick praktiziert. Dort, wo Strada herkommt, glaubt man an den bösen Blick, an Verhexung, an höhere Gewalt. Jossi seufzte.

In Deutschland wird all das, was für die Italienerin selbstverständlich ist, als Aberglaube abgetan. Und doch gibt es eine wachsende Nachfrage bei Portalen, die qualifizierte esoterische Lebensberatung anbieten, Kartenlegen mit Lenormand, Hellsicht und Wahrsagen. Jossi sagte Strada natürlich nicht, dass sie selbst eine solche Ansprechpartnerin für ihre eigenen spirituellen Fragen hat, im Geheimen. Sie dachte nur daran, dass Gianluca gerade eben so des Fremdgehens überführt worden ist, wie sie es mit Roland noch vor hatte. Am Montag steht der Planet Mars in den Fischen, hatten gleich mehrere Experten von www.mein-kartenlegen.de gesagt, die kluge Astrologin Venus und die Hellseherin ohne Hilfsmittel Stella: eheliche Auseinandersetzungen seien vorprogrammiert.

Warte Roland, das ist die Gunst der Stunde, ergänzte Jossi still. Auch mit deiner Untreue muss jetzt Schluss sein. Sie stieg selbstbewusst die Treppe zum Keller hinunter, wo sich der Pool befand. Dort erlebte sie die Überraschung ihres Lebens…

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