8. Tarotkarte: Die Gerechtigkeit

Das mystische Tarot: Die Gerechtigkeit

Die Gerechtigkeit ist die achte Karte im mystischen Tarot und steht für den Ausgleich einer Schieflage, oder das Vergelten eines Unrechts. Sie wird repräsentiert durch eine große, klug wirkende Frau in einem langen Umhang, die auf einem Richterstuhl sitzt und in der einen Hand ein Schwert, in der anderen Hand eine kupferne Waage, das Zeichen der Venus, hält. Die Darstellung der symbolischen Gerechtigkeit als Frau hat eine lange Tradition: es ist die Justitia bei den Römern, die das Sinnbild der Waage in der Hand hoch hält, die das Recht oder Unrecht abwägt. Anders als bei den Römern, die die Justitia zur Gottheit erhoben haben, fehlt in der Darstellung im Tarot jedoch die Augenbinde, die für diese allegorische Figur kennzeichnend war und die bedeuten soll, dass „ohne Ansehen der Person“, also unabhängig, geurteilt werden soll, da alle Menschen vor dem Gesetz gleich sind.

Die Gerechtigkeit, die im Tarot-Bild verkörpert wird, trägt keine Binde über den Augen, sondern blickt den Betrachter unverwandt an. Ihr intelligenter und direkter Blick will uns sagen, dass es kein Ausweichen vor der Gerechtigkeit gibt, und dass le Taten irgendwann einmal ans Tageslicht kommen. Mystisch gedeutet, ist die achte Karte des Tarots eine Versinnbildlichung des Karmas, welches ein spirituelles Gesetz ist: du erntest, was du gesät hast. Dazu passt auch die klassische zahlenmagische Bedeutung der Acht, die für die Weisheit, die Unendlichkeit und die Ewigkeit steht, wie die liegende Acht in der Mathematik, die das Ewige und den immerwährenden Gang der Dinge verkörpert.


Wenn die Karte „Gerechtigkeit“ auftaucht, bedeutet das, dass man für etwas zur Rechenschaft gezogen wird, was man getan hat, oder dass man bei Planungen für die Zukunft genau beobachtet wird. Als Ereigniskarte gezogen, weist die Gerechtigkeit im Tarot darauf hin, dass es in Kürze Situationen des Ausgleichs geben wird, sei es im Beruf, in der Liebe oder natürlich auch wirklich vor einem Gericht. Dieser Ausgleich kann durch Härte und Gefecht oder Diskussionen herbeigeführt werden, denn es ist nicht unbedingt eine friedliche Stimmung, die sich hier ankündigt. Doch am Ende wird ein gerechtes Ergebnis stehen.


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