18. Tarotkarte: Der Mond

Das mystische Tarot: Der Mond

Karte Achtzehn im mystischen Tarot ist der „Mond“ und zeigt sich in der Bildmotivik durch eine ebensolche Darstellung: ein strahlender Vollmond scheint am nächtlichen Himmel und spiegelt sich im Wasser, während zwei Hunde (oder Wölfe) den hellen Himmelskörper anheulen. Das Bild hat eine unheimliche, zuweilen sogar schaurige Stimmung, doch es wirkt auch sehr romantisch durch das Vorherrschen der dunklen und fahlen Farben, die alles wie in Silber-Licht getaucht erscheinen lassen.

Das psychologische Zentralthema dieser Karte ist die menschliche Wahrnehmung, genauergesagt die Möglichkeit der Täuschung. Im Mondlicht wirkt vieles anders als bei Tageslicht, und die Dinge, die man bei Tag noch klar sah, können bei Nacht ganz anders und vielleicht grotesk erscheinen, ähnlich wie die Hunde im Bildmotiv, von denen man nicht weiß, ob es harmlose Haustiere sind oder vielleicht doch gefährliche Wölfe.

Deshalb bedeutet die Tarot-Karte stets auch, dass man seine Einstellungen überprüfen sollte, weil man vielleicht irgendwo hinters Licht geführt wird und sich in Gefahr befindet, oder dass man sich selbst etwas vormacht und sich in einen Irrtum verrannt hat. Der Mond ist traditionell auch der Schirmherr der Mondsüchtigen und der Wahnsinnigen, wie man im Englischen sagt, der „lunatics“ (Verrückte), oder im Deutschen, launisch, was ebenfalls von „luna“ für Mond herrührt. Als Ereigniskarte gedeutet, weist der Mond also darauf hin, dass wir unseren Gefühlen nicht zu sehr und vor allem nicht blind vertrauen sollten, oder dass wir in Kürze mit einer sentimentalen oder sogar hysterischen Person in Kontakt kommen.


Andererseits hat der Mond im Tarot auch viele positive Bedeutungen, denn er kündigt uns an, dass wir bald mit romantischen und schicksalhaften Wendungen des Lebens und mit unserer „abgründigen“ seelischen Seite in Verbindung treten, in der, neben den Launen, auch die sprühende Fantasie, die Kontakte zu den Ahnen und die gute Verbindungen zur geistigen Welt möglich sind. „Trau, schau, wem“ oder auch „Sein und Schein unterscheiden“ ist die Botschaft dieser Karte, und wer sie gut versteht, wird in naher Zukunft Vorteile daraus ziehen können. Nicht zuletzt bedeutet die kabbalistische Symbolik der Zahl Achtzehn die Quersumme Neun, die Vollendung aus Drei mal Drei: es bahnt sich ein Durchbruch in unserer Entwicklung an, aus der Täuschung/Dunkelheit ans Licht.


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