10. Tarotkarte: Das Rad des Schicksals

Das mystische Tarot: Das Rad

Das so genannte „Rad“ ist eine der interessantesten Karten im mystischen Tarot. Es zeigt meist ein wirkliches Rad, an dessen Speichen Gestalten hängen, die Menschenform oder Tierform haben – im Tarot de Marseille sind es Affen, die sich als Könige verkleidet haben. Auf dem Rad stehen Inschriften, die besagen: „ich regiere“, „ich habe regiert“ und „ich werde regieren“. Manchmal liegt unter dem Rad noch eine zusätzliche weibliche Gestalt, die in manchen Darstellungen gekennzeichnet ist als Hecuba oder Hekate, die römische oder griechische Göttin der Wegkreuzungen und des Schicksals. Dies ist dieselbe dunkle Göttin, die übrigens auch in Carl Orff´s berühmtem Liederzyklus „Carmina Burana“ aus dem Mittelalter die Radnabe der Welt hält und Erfolg und Misserfolg in ihren Händen abwägt.

Um Erfolg und Misserfolg geht es auch in der Bedeutung dieser Tarot-Karte. Das „Rad“, das manchmal sinnigerweise auch „Rad des Schicksals“ genannt wird, steht für die wechselhaften Zufälle des Lebens, die uns immer wieder „überrollen“ und dafür sorgen, dass alles anders kommt, als geplant. Es weist auch darauf hin, dass Erfolg und Misserfolg bei den meisten Menschen nur vorübergehende Erscheinungen sind und man bekanntlich auf sein Glück nicht bauen kann, noch damit rechnen darf, dass es immer so günstig bleibt, wie es gerade ist.

Andererseits hat ausgerechnet das Rad im Tarot auch eine positive und aufmunternde Bedeutung, denn es will uns in Krisenzeiten damit trösten, dass auch die schlimmsten Umstände sich erfahrungsgemäß immer wieder zum Besseren kehren können, wenn man nur an sich arbeitet und die Zeit wirken lässt.


Als Ereigniskarte gezogen, ist die Nummer Zehn des Tarots eine Ankündigung von unerwarteten Begebenheiten. Vielleicht musst du gerade einen Narren grüßen, der morgen dein Chef wird? Oder ein unverdient Erhöhter wird wieder gestürzt? Dass Hochmut vor dem Fall kommt, ist eine weitere, sprichwörtliche Bedeutung dieser Karte. Die Zahl Zehn steht in der Zahlenmystik für das Gesetz, nicht für das Gesetz der Menschen, sondern für das mystische und kosmische Gesetz, das alles ausgleicht, aber mitunter für Menschen unverständlich ist, weil ihr Gedächtnis meist zu kurz ist, um die Ereignisse im Zusammenhang zu sehen. Das Rad des Schicksals steht nie still, es dreht sich unentwegt seit Anbeginn der Welt...


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